Ein wunderschöner Tag, die Sonne lacht, was für ein prächtiger Tag, um morgens auf dem Balkon eine Tasse Kaffee zu genießen. Da fällt mir auf, dass das Kaffeepulver leer ist, also beschließe ich, rüber zum Aldi zu wetzen, um kurz neues zu kaufen. Erstes Regal links und schon das Pulver zur Hand, angestellt an der überaus langen Schlange, da - wie immer bei Aldi - nur eine Kasse besetzt ist. Da bietet sich mir ganz unverhofft ein äußerst lustiges Schauspiel:
10 Meter vor mir, eine ältere Dame packt ihre Einkäufe auf das Band, schließlich will sie bezahlen, wie es ein anständiger Bürger eben so macht. Plötzlich ein Aufschrei…ein Mann im Rentenalter schiebt sich etwas unbeholfen an der ebenfalls ins Alter gekommenen Dame vorbei, um zu seinem Einkaufswagen zu gelangen, der wohl schon seit einigen Minuten dort stand, auch wenn von dem Mann zuvor nichts zu sehen war. Vielleicht hatte er etwas vergessen, wer weiß. Mein Blick fällt auf seinen Wagen und da fällt mir auf, dass er diesen noch nicht geräumt hat und nun anfängt seine Einkäufe auf das Band zu legen. Doch da ist kein Platz. Das macht dem guten Mann jedoch gar nichts aus, denn was interessieren ihn seine Mitmenschen, mithilfe seines Armes schiebt er vollkommen rücksichtslos die Einkäufe der vorhin erwähnten Dame nach hinten, sodass die Hälfte der Lebensmittel auf den Boden fallen. Der Spaß beginnt:
“Was fällt ihnen ein, ich war hier vor Ihnen, ich stehe hier und warte darauf dass ich bezahlen kann und sie drängeln sich einfach vor.” - “Sie sehen doch, dass mein Wagen hier steht, Sie können sich doch denken, dass vor ihnen noch jemand steht, mein Wagen steht hier schon seit 5 Minuten!” …
Ich erspare euch den Rest dieser Konversation, auch wenn es lustig wäre, sie wiederzugeben. Das ganze Theater setzte sich nämlich noch einige Minuten fort, wer weiß wie lange das ganze noch angedauert hätte, wäre nicht ein Aldi-Mitarbeiter dazwischen gegangen.
Ihr fragt euch jetzt sicherlich, worauf ich mit dieser Geschichte hinaus möchte. Während ich diese Szene beobachtete, schossen mir jede Menge Fragen durch den Kopf. “Hat der Wagen des Mannes das Recht dazu dort zu stehen, obwohl er offensichtlich noch nicht seinen Einkauf beendet hatte?” “Wie lange wird es dauern, bis ich zu meinem Kaffee komme?” - hinter mir quängelt ein kleines Mädchen - “Das da vorne erinnert mich irgendwie an einen Streit im Sandkasten: “Die Schaufel gehört mir” *patsch* Schade, dass die nicht anfangen, sich zu prügeln! “Wieso habe ich meine Kaffeemaschine nicht dabei?” Und dann kam Panik in mir auf: “Als Rentner werde ich noch weniger Zeit haben, als jetzt…ich werde mir was einfallen lassen müssen!”
Aber vielleicht gibt es in 50 Jahren dann eine Kaffeemaschine für die Hosentasche, wer weiß….

Wenn die doofen Alten wieder mal aufdrehen, musste einfach im Stillen altenfeindliche Lieder vor dich hinsummen, z.B. das von Wizo mit der alten Frau. Wenn du ne bösere Stufe erklimmen möchtest, darfstes auch laut tun.
Oder lauthlas schreien: Früher hats doch auch geklappt, in Uniform und Reih und Glied, ohne Vordrängeln!
Mir scheint einfach, die Geschichte zeigt, wie voll von nutzlosen und doch erquickenden Szenen das Leben steckt.
So ganz nebenbei mal: Willkommen an Bord, Hosenmatz, Piepmatz, Dreckspatz, Sabberlatz!